
Sie haben Ihr Telefon gewechselt oder Ihren Browser neu installiert und können sich nicht mehr bei einer Website anmelden, die Sie täglich genutzt haben. Das Passwort ist verschwunden oder besser gesagt, Sie wissen nicht mehr, wo es gespeichert ist. Ihre gespeicherten Passwörter existieren immer noch irgendwo, auf Ihrem Gerät oder in der Cloud. Man muss nur wissen, wo man je nach verwendetem System suchen muss.
Die aus Chrome exportierte CSV-Datei, ein oft vergessener Ort
Bevor Sie die Einstellungen jedes Geräts durchforsten, verdient ein Punkt Ihre Aufmerksamkeit. Chrome ermöglicht es, alle Ihre Passwörter über den Google Passwortmanager in eine CSV-Datei zu exportieren. Diese Datei befindet sich dann in Ihrem Download-Ordner, auf einem USB-Stick oder in einem Cloud-Dienst.
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Das Problem: Eine exportierte CSV-Datei ist standardmäßig nicht verschlüsselt. Jeder, der Zugriff auf Ihren Computer hat, kann sie mit einem einfachen Tabellenkalkulationsprogramm öffnen und Ihre Anmeldedaten im Klartext lesen. Wenn Sie diese Funktion bereits genutzt haben, überprüfen Sie, ob diese Datei noch auf Ihrer Festplatte oder in einem freigegebenen Ordner synchronisiert ist.
Um eine solche Datei zu finden, suchen Sie im Datei-Explorer Ihres Computers nach “chrome_passwords” oder “passwords.csv”. Wenn Sie sie finden, löschen Sie sie, nachdem Sie überprüft haben, dass Ihre Passwörter an anderer Stelle gesichert sind. Sie können auch die Liste der Passwörter auf CGI Network konsultieren, um alle möglichen Speicherorte je nach Ihrer Konfiguration zu identifizieren.
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Gespeicherte Passwörter auf Android und iPhone: Wo schauen
Auf einem Android-Telefon werden Ihre Anmeldedaten vom Google Passwortmanager verwaltet. Um darauf zuzugreifen, öffnen Sie die Einstellungen Ihres Geräts, tippen Sie auf Google und dann auf Passwortmanager. Dort sehen Sie die Liste aller Websites und Apps, für die Android ein Passwort gespeichert hat.
Sie können auch direkt über Chrome auf Mobilgeräten darauf zugreifen. Tippen Sie auf die drei Punkte oben rechts, wählen Sie Einstellungen und dann Passwortmanager. Die synchronisierten Passwörter erscheinen auf allen Ihren Geräten, die mit demselben Google-Konto verbunden sind.
Zugriff auf iPhone und iPad
Auf iOS speichert Apple Ihre Anmeldedaten im iCloud-Schlüsselbund. Der Weg ist Einstellungen, dann Passwörter. Das System fordert Sie zur biometrischen Authentifizierung (Face ID oder Touch ID) auf, bevor es irgendetwas anzeigt.
Haben Sie schon bemerkt, dass Safari anbietet, Ihre Anmeldedaten auf bestimmten Websites automatisch auszufüllen? Diese Daten stammen aus demselben Schlüsselbund. Wenn Sie auch Chrome auf dem iPhone verwenden, beachten Sie, dass Chrome über seinen eigenen Speicherplatz verfügt, der vom Apple-Schlüsselbund getrennt ist.
Passwortmanager auf Windows: Einstellungen und Browser
Auf einem Windows-PC können Ihre Passwörter je nach Browser und aktivierten Einstellungen an mehreren Orten gespeichert sein.
- In Chrome: Klicken Sie auf die drei Punkte, dann auf Einstellungen, dann auf Automatisches Ausfüllen und Passwörter, dann auf Google Passwortmanager. Dort können Sie jede gespeicherte Anmeldedaten anzeigen, bearbeiten oder löschen.
- In Edge: Öffnen Sie Einstellungen, dann Profile, dann Passwörter. Microsoft speichert diese Daten in seinem eigenen Manager, der mit Ihrem Microsoft-Konto synchronisiert ist.
- In Firefox: Gehen Sie zu Einstellungen, dann Datenschutz und Sicherheit, dann Anmeldedaten und Passwörter. Firefox verwendet ein System, das unabhängig von anderen Browsern ist.
Jeder Browser verwaltet seine Passwörter separat. Eine in Chrome gespeicherte Anmeldedaten wird nicht in Firefox angezeigt und umgekehrt. Wenn Sie zwischen mehreren Browsern wechseln, sind Ihre Passwörter verstreut.
Passkeys in Windows 11, ein neuer Ort, den man kennen sollte
Windows 11 bietet ein spezielles Menü in den Einstellungen, dann Konten, dann Passkeys. Dieses Menü listet die lokal gespeicherten FIDO2-Zugangskeys auf. Diese Passkeys sind keine klassischen Passwörter: es sind kryptografische Tokens, die nicht im Klartext lesbar sind. Sie können sie nicht wie ein traditionelles Passwort kopieren und einfügen, aber Sie können sie von diesem Ort aus löschen.

Die Speicherorte Ihrer gespeicherten Anmeldedaten sichern
Zu wissen, wo sich Ihre Passwörter befinden, reicht nicht aus. Man muss auch überprüfen, ob diese Speicherorte geschützt sind.
Der Google Passwortmanager bietet ein Tool namens Passwort-Check-up. Es identifiziert kompromittierte Anmeldedaten bei Datenlecks und meldet diejenigen, die auf mehreren Websites wiederverwendet werden. Um darauf zuzugreifen, gehen Sie zum Manager und wählen Sie die Überprüfungsoption aus.
- Aktivieren Sie die Synchronisierung mit Ihrem Google- oder Apple-Konto, um Ihre Passwörter im Falle eines Geräteverlusts nicht zu verlieren.
- Löschen Sie die exportierten CSV-Dateien nach der Verwendung, da sie das schwächste Glied Ihrer Sicherheit darstellen.
- Überprüfen Sie regelmäßig, welche Browser Ihre Daten speichern: Ein alter Browser, den Sie nicht mehr verwenden, kann weiterhin sensible Anmeldedaten enthalten.
- Wenn Sie einen Drittanbieter-Manager (Proton Pass, Bitwarden oder andere) verwenden, stellen Sie sicher, dass das Master-Passwort einzigartig und robust ist.
Warum alle Browser überprüfen
Viele Menschen haben einen Browser für einen einmaligen Gebrauch installiert, dort Passwörter gespeichert und ihn dann vergessen. Diese Anmeldedaten bleiben lokal gespeichert. Ein ungenutzter Browser mit aktiven Passwörtern ist ein schlafendes Risiko. Überprüfen Sie alle auf Ihrem Gerät installierten Browser, auch die, die Sie nicht mehr öffnen.
Das Wiederfinden Ihrer gespeicherten Passwörter erfordert, dass Sie die spezifischen Speicherorte jedes Systems und jedes Browsers kennen. Der nützlichste Reflex bleibt, Ihre Anmeldedaten in einem einzigen synchronisierten Manager zu zentralisieren und dann die Spuren, die anderswo hinterlassen wurden, insbesondere unverschlüsselte CSV-Dateien, die manchmal seit Monaten im Download-Ordner liegen, zu bereinigen.